12.10 Mundbilder (MB)

Der Begriff Mund-Bild kommt daher, dass Wörter der deutschen Sprache auf dem Mund einer gebärdenden Person – stimmlos – abge-bild-et werden. Ein deutliches Mundbild erleichtert das Ablesen von den Lippen.

Das Verwenden von Mundbildern ist nur im historischen Kontext zu verstehen. Die Bildung gehörloser Menschen in der Deutschschweiz war in der Zeit von 1870 bis 1920 sehr lautsprachlich geprägt. D.h. der Fokus lag darauf, das deutliche Sprechen und das Ablesen zu trainieren. Gebärden hatten damals einen geringen Stellenwert, Mundbilder waren daher ein wesentlicher Bestandteil der Verständigung.

Es gibt unterschiedliche Arten von Mundbildern. Nicht alle Mundbilder sind eine genaue Entsprechung eines deutschen Wortes. Auch kann die zeitliche Übereinstimmung von Gebärde und Mundbild sehr unterschiedlich sein. Ein Mundbild kann synchron oder asynchron zu einer Gebärde ausgeführt werden.

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