12.40 Verwendung von Mundformen (MF)

Mundformen liefern – wie Mundbilder auch – zusätzliche Bedeutung. Sie präzisieren die Art und Weise einer Aktion/Handlung, werden also oft zusammen mit einem Verb produziert.
Auch Verben können von einer Mundform begleitet werden. Zunächst ein Beispiel ohne Mundform, dann zwei Beispiele mit Mundformen:

(a)
GESTERN   IX-1(ich). GANZ-TAG(Uhr)  ARBEITEN(mb:arbeiten)   00:48-00:51
‘Gestern habe ich den ganzen Tag gearbeitet.’

In diesem Beispiel wird das einfache Verb ‘ARBEITEN’ vom Mundbild ‘arbeiten’ begleitet. Wie gearbeitet wurde, bleibt offen.

Soll angezeigt werden, wie die Handlung vollzogen wird, dann wird eine Mundform benutzt:

(b)
GESTERN   IX-1(ICH))  GANZ-TAG(Uhr)  ARBEITEN(mf:VIEL)  01:09-01:13
‚Gestern habe ich den ganzen Tag wie verrückt gearbeitet.‘

(c)
GESTERN   IX-1(ICH)  GANZ-TAG(Uhr)  ARBEITEN(mf:ÜBLICH)    01:013-01:17
‚Gestern habe ich den ganzen Tag wie üblich (in normalem Tempo und Umfang) gearbeitet.‘

Eine Mundform wird also gebildet, wenn die Art und Weise einer Handlung vermittelt werden soll. Ansonsten kann ein Verb von einem Mundbild begleitet werden; dies ist aber wiederum abhängig davon, um welche Art von Verb es sich handelt (s. Kapitel Mundbild bei Prädikat).

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