Die ausgeprägt visuelle Orientierung gehörloser Menschen beeinflusst die Art und Weise, wie sie die Welt wahrnehmen und damit auch, wie Informationen in Gebärdensprache aufgebaut werden. Das Augenmerk gehörloser Menschen richtet sich zunächst auf das Allgemeine/das Umfassende und erst anschliessend auf das besondere Detail/auf Einzelheiten. Entsprechend werden Informationen strukturiert: Zunächst wird das umfassende Thema bekanntgegeben, dann folgen die wichtigen Informationen dazu und anschliessend erst geht es um spezifischere Informationen. In gesprochenen beziehungsweise geschriebenen Sprachen verhält es sich meist genau umgekehrt. Zunächst geht es in der Regel um Spezifisches/um Einzelheiten und anschliessend wird der Bezug zum Allgemeinen/zum grösseren Ganzen/zum Kontext hergestellt.
Folgende Abbildung und die anschliessenden Beispiele sollen diese unterschiedlichen Prinzipien verständlich machen. Die hochgestellten Ziffern in den Beispielen beziehen sich auf eine Reihenfolge, in der einzelne Elemente auftreten. Bei der Ordnung kann es sich um unterschiedliche Dinge handeln.
Gebärdensprache Lautsprache
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