In der Regel werden die einzelnen Aufzählungsglieder einer Aufzählung mit der dH ausgeführt. Sie dürfen aber auch mit der ndH ausgeführt und gehalten werden: Die dH ist dann frei, auf die einzelnen Aufzählungsglieder zu referenzieren und weitere Aussagen dazu zu machen:

(a)
ndH: ERS-TE    ZWEI-TE    DRIT-TE
dH :    IX               IX                    IX
– 00:12-00:17
‚Erstens …., zweitens …., drittens … .‘

Ebenso besteht die Möglichkeit, die Aufzählungsglieder mit der dH auszuführen und die ndH jeweils dazu einzusetzen, die entsprechende Referenz zu halten. Dabei erfolgt keine Pronation des nicht dominanten Handgelenks:

(b)
ndH:  EINS                ZWEI                    DREI
dH:    ERS-TE  IX    ZWEI-TE  IX     DRIT-TE  IX
– 00:24-00:29
‚Erstens …., zweitens … .‘

Aufzählungen bis max. 10 (1., 2., 3., … 10.) werden mit einer sogenannte Supination ausgeführt (Einwärtsdrehen des Unterarms, wobei die Handfläche zunächst nach vorne zeigt und anschliessend zum Körper der gebärdenden Person hin gedreht wird. Die Bewegung verläuft also genau umgekehrt zur Bewegung bei den Zehnern (20, 30, 40, …):

(a) DRITT-TE   FÜNFT-TE   SIEB-TE   ZEHN-TE  – 00:22-00:27
‚Der/die/das dritte, fünfte, siebte, zehnte.‘

Ab dem 11. Aufzählungsglied ist zusätzlich eine der folgenden Gebärden erforderlich, um die Position innerhalb der Liste aufzuzeigen:

(b) DREIZEHN + Referenzmarker RM(Rang)  –00:35-00:38
‚Der/die/das dreizehnte.‘

(c) RM(Liste/Reihenfolge)  – 00:39-00:40

Aufzählungen können mit räumlichen Aspekten kombiniert werden, wie folgende Beispiele (d, e, f) zeigen. Die räumliche Anordnung ist dabei kontextabhängig:

(d) ERS-TE   ZWEI-TE   DRIT-TE   VIERT-TE   FÜNFT-TE  – 00:51-00:55
‚Der/die/das erste, zweite, dritte, vierte, fünfte.‘

In diesem Beispiel (d) verläuft die Aufzählung vertikal von oben nach unten.

(e) ERS-TE(li-links)   ZWEI-TE(li)   DRIT-TE(mi)   VIER-TE(re)   FÜNF-TE(re-rechts)  – 00:55-00:57
‚Der/die/das erste, zweite, dritte, vierte, fünfte.‘

Die Aufzählung verläuft hier (e) horizontal von links nach rechts.

(f) ERS-TE(rechts)   ZWEI-TE(links)   DRIT-TE(mitte)  – 00:57-00:59

Die einzelnen Aufzählungsglieder können auch abwechselnd rechts und links im Raum ausgeführt werden (f), wenn dies dem Kontext oder den zuvor verorteten Referent:innen entspricht.

Die Zahlen 1 bis 10 können zur Darstellung von Geldbeträgen inkorporiert werden. Dazu führt die aktive Hand (Beträge bis CHF 5) beziehungsweise führen beide Hände (Beträge ab CHF 6) bei Zeigen der entsprechenden Zahl die Bewegung aus, welche auch für die Gebärde ‚WOCHE‘ benutzt wird.

Zwei Beispiele:

(a) ZWEI-FRANKEN   FÜNFZIG  – 00:15-00:17
‚2 Franken 50 Rappen.‘

Das Mundbild ‚Franken‘ ist dabei obligatorisch. Dass es sich bei der nachfolgenden Zahl ‚FÜNFZIG‘ um Rappen handelt, ist eine logische Folgerung.

(b) ZEHN-FRANKEN  – 01:00-01:01
‚10 Franken.‘

Ohne Zahl-Inkorporation muss der Gebärde für die Zahl die Gebärde ‚FRANKEN‘ folgen:

(c) ZWEI   FRANKEN  – 00:45-00:46
‚2 Franken.‘

Beträge über CHF 10 erfordern zwingend die Gebärde ‚FRANKEN‘:

(d) ELF   FRANKEN  – 01:01-01:03
‚11 Franken.‘

Um die konkrete Anzahl Wochen, Monate oder Jahre anzugeben, kann die Gebärde für die entsprechende Zahl der Gebärde für die Zeiteinheit vorangestellt (g, h, i, j) oder in sie inkorporiert (d, e, f) werden.
Eine konkrete Uhrzeit (volle Stunde) kann auch angegeben werden ohne die Gebärde ‚UHR‘; die gebärdete Zahl muss dann aber mit einer spezifischen Bewegung ausgeführt werden (a, b, c).

Angabe der Uhrzeit durch Zahl und Bewegung

(a) VIER-UHR  – 00:10-00:11
‚Vier Uhr.‘

Die Gebärde ‚UHR‘ wird durch eine schnelle Hin- und Herbewegung der Gebärde ‚VIER‘ ersetzt. Das Mundbild ‚Uhr‘ ist dabei obligatorisch. Diese Variante ist effizient, da nur eine Gebärde benötigt wird.

(b) FÜNF-UHR  – 00:24
‚Fünf Uhr.‘

(c) SIEBEN-UHR  – 00:25
‚Sieben Uhr.‘

Angabe der Anzahl Wochen, Monate oder Jahre durch Inkorporation der Zahl

(d) ZWEI-WOCHE  – 00:38-00:39
‚Zwei Wochen.‘

(e) DREI-MONAT  – 00:40-00:41
‚Drei Monate.‘

(f) VIER-JAHR  – 00:42-00:43
‚Vier Jahre.‘

Auch die Inkorporation einer Zahl in die Gebärde für eine Zeiteinheit ist effizient; auch hier wird nur eine Gebärde benötigt.

Angabe der Anzahl Stunden, Wochen, Monate oder Jahre durch Voranstellen der Zahl

(g) VIER   UHR  – 00:18-00:19
‚Vier Uhr.‘

(h) ZWEI   WOCHE+  – 00:51-00:52
‚Zwei Wochen.‘

(i) VIER   MONAT+  – 00:53-00:54
‚Drei Monate.‘

(j) VIER   JAHR  – 00:54-00:55
‚Vier Jahre.‘

Da bei diesen Varianten (g, h, i, j) zwei Gebärden produziert werden, benötigt ihre Ausführung mehr Zeit.

Die Anzahl Referent:innen kann durch die Inkorporation der jeweiligen Zahl in das Personalpronomen angegeben werden. Das Personalpronomen mit inkorporierter Zahl wird jeweils an jenem Ort im Gebärdenraum ausgeführt, an welchem die Referent:innen zuvor verortet wurden. Dazu einige Beispiele:

(a) ZAHL-3-IX-3pl  – 00:11-00:12
‚Diese/die drei … .‘

(b) ZAHL-2-IX-3pl  – 00:12-00:14
‚Diese/die beiden … .‘

(c) ZAHL-3-IX-3pl(links)   ZAHL-5-IX-3pl (rechts)  GEGEN   – 00:15-00:18
‚Diese/die drei treten gegen diese fünf an.‘

In DSGS existieren folgende lexikalisierte Zahlgebärden:

(a) HUNDERT  oder 1-HUNDERT  – 00:10-00:12
‚Hundert.‘

In die Gebärde ‚HUNDERT‘ kann die konkrete Anzahl inkorporiert werden.

(b) TAUSEND  – 00:21-00:22
‚Tausend.‘

(c) MILLION  – 00:25-00:26
‚Million.‘

(d) MILLIARDE  – 00:28-00:29
‚Milliarde.‘

(e) BILLION  – 00:30-00:31
‚Billion.‘

Auch bei fünf- beziehungsweise sechsstelligen Zahlen wird analog der gesprochenen Sprache gebärdet. Es gelten folgende Reihenfolgen: Tausender – Zehntausender – Hunderter – Einer – Zehner (fünfstellige Zahl) beziehungsweise Hunderttausender – Tausender – Zehntausender – Hunderter – Einer – Zehner (sechsstellige Zahlen). Nach der Gebärde ‚TAUSEND‘ wird kurz pausiert. Dazu ein Beispiel:

(c) EINZWANZIG TAUSEND   Kurzpause   1-HUNDERT+ ZWEIDREISSIG  – 00:25-00:29
Einundzwanzigtausendeinhundertzweiunddreissig.‘ (21‘132)

Die Abfolge der einzelnen Ziffern in einer mehrstelligen Zahl in DSGS deckt sich mit der Abfolge in der gesprochenen deutschen Sprache, unterscheidet sich jedoch von der Reihenfolge der Ziffern in der geschriebenen Zahl.

In dreistelligen Zahlen gilt die Reihenfolge Hunderter – Einer – Zehner.

Dazu ein Beispiel:

(a) 1-HUNDERT  +  ZWEIDREISSIG  – 00:19-00:20
‚Hundertzweiunddreissig.‘

In der geschriebenen Zahl steht der Hunderter ebenfalls an erster Stelle, der Zehner in Leserichtung jedoch vor dem Einer (132).

In vierstelligen Zahlen gilt folgende Reihenfolge: Tausender – Hunderter – Einer – Zehner. Die letzten beiden Ziffern sind hier im Vergleich zur geschriebenen Zahl ebenfalls vertauscht. Nach der Gebärde ‚TAUSEND‘ wird kurz pausiert

Ein Beispiel:
(b) SIEBEN+TAUSEND   Kurzpause  1-HUNDERT  ZWEIDREISSIG  – 00:39-00:41
‚Siebentausendeinhundertzweiunddreissig.‘ (7‘132)

Die Reihenfolge von Einer- und Zehnerzahl innerhalb der Zahlen 21 bis 99 entspricht jener der gesprochenen deutschen Sprache (Zwei-und-sechzig). Zuerst wird die Einerzahl gebärdet (‚ZWEI‘, anschliessend die Zehnerzahl (‚SECHZIG‘). Bei der geschriebenen Zahl verhält es sich genau umgekehrt (6-2).
Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache, in welcher das ‚und‘ auch benannt wird, braucht es dafür keine Gebärde, auf dem Mundbild erscheint es jedoch:

(a) ZWEISECHZIG   00:32-00:33
‚Zweiundsechzig.‘ (62)

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