Geografische Variation von lexikalisierten Gebärden- national und regional

In der Schweiz gibt es drei verschiedene Gebärdensprachen: die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS) in der deutschen, die Langue des Signes Suisse Romande (LSF) in der französischen und die Lingua dei Segni Italiana (LIS) in der italienischen Schweiz.⁶ Diese Gebärdensprachen unterscheiden sich nicht nur klar voneinander, sie unterscheiden sich auch von den Lautsprachen, die in den jeweiligen Regionen gesprochen werden.

Es gibt in der DSGS auch verschiedene regionale Dialekte, die nichts mit den gesprochenen schweizerdeutschen Dialekten gemeinsam haben, abgesehen von der historischen Tatsache, dass sie sich in geografisch unterschiedlichen Regionen entwickelt haben. Es gibt fünf Hauptdialekte der DSGS, die in den traditionellen Schulen für Gehörlose in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und Zürich verwendet wurden. Abbildung 5 zeigt verschiedene Gebärden für Brot in den fünf DSGS-Dialekten.

Abb. 5 : DSGS Dialekt Varianten für ‚Brot‘(a) Bern, (b) Basel, (c) Luzern, (d) St. Gallen, (e) Zürich (Bild: Jovita Lengen)

Ähnlich wie bei Benutzern von gesprochenen schweizerdeutschen Dialekten haben auch die Anwender unterschiedlicher DSGS-Dialekte keine Probleme, sich miteinander zu verständigen. Eine Schwierigkeit stellen die Dialekte jedoch für diejenigen dar, welche die Sprache lernen oder Material für den Unterricht zusammenstellen möchten, denn wie beim gesprochenen Schweizerdeutsch gibt es auch von Dialekten der DSGS keine standardisierte Form.

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