Konstruierte Aktion CA – Beispiel 3

 

(c) Erz: MUTTER   UND   SOHN  IXa   KÜCHEa   BUB   PROD-sitzen(Bub)  HAUSAUFGABEN   SCHREIBEN   ||  IX-3   MUTTER   IX-3  Teiln(Mutter)CA: PROD-stellen(Topf)Erz: WASSER  Teiln(Mutter)CA:  PROD-öffnen(Wasserhahn)   PROD-laufen(Wasser)  |  Erz:  DANN   SALZ  Teiln(Mutter)CA:  PROD-streuen(Salz)   PROD-stellen(Topf)   PROD-einstellen(Herd)  |  Erz:  MACHEN    SPAGHETTI    ||  00:00-00:18

 

‘Mutter und Sohn befinden sich in der Küche, der Sohn löst seine Hausaufgaben. Die Mutter lässt Wasser in die Pfanne laufen, fügt Salz hinzu, stellt den Herd an und meint: Es gibt Spaghetti.’

 

Sequenzen mit CA:

 

Frau (00:07-00:18): Lässt das Wasser in die Pfanne laufen, (fügt Salz hinzu) und stellt den Herd an.

Konstruierte Aktion CA – Beispiel 2

 

(b) Erz: MANN   aPROD-kommen(Person)   TÜRTeiln(Mann)CA: SCHLÜSSEL   PROD-nehmen(Schlüssel aus Hosentasche)   PROD-stecken-drehen(Schlüssel) PROD-drücken(Türklinke)  PROD-stecken(Schlüssel)  |   PROD-drehen(Schlüssel)  Erz: KLAPPT  NICHT  | Teiln(Mann)CA:  PROD-drehen(Schlüssel)  AH | Erz: IXa  FALSCH  Teiln(Mann)CA: Geste-schauen-Schlüssel  |  Erz: bGEHENa   HOLEN   ANDERE   SCHLÜSSEL   ||   00:00-00:17

 

‘Ein Mann läuft zu einer Türe. Er zieht einen Schlüssel aus seinem Hosensack und will die Türe aufschliessen, sie lässt sich aber nicht öffnen. Er schaut sich den Schlüssel nochmals an und bemerkt, dass er den falschen Schlüssel in der Hand hält. Verärgert holt er einen anderen Schlüssel.’

 

Konstruierte Aktion CA –  Beispiel 1

 

(a) Erz: EIN   MÄDCHEN   SPIELEN   BALL  Teiln(Mädchen)CA: PROD-prellen(Ball)    GEHEN   PROD-prellen(Ball)   1SEHEN  Erz: VIEL   BLUME  PROD-stehen(Blumen)   Teiln(Mädchen)CA: GEHEN  PROD-hinlegen(Ball)  PROD-pflücken(Blumen)  PROD-halten(Blumentraus, dick)  PROD-nehmen-halten(Ball)  Erz:  GEHEN  HEIM  ||   00:00-00:16

 

‘Ein Mädchen spielt mit dem Ball. Es prellt ihn auf den Boden und sieht plötzlich viele Blumen auf einem Feld. Es läuft hinüber, legt den Ball hin, pflückt die Blumen und macht einen grossen Blumenstrauss. Mit dem Strauss in der Hand und dem Ball unter dem Arm geht es zufrieden nach Hause.’

Sequenzen mit CA:

Mädchen (00:03-00:06): Prellt den Ball auf den Boden

Mädchen (00:09-00:13): Pflückt die Blumen und macht einen Blumenstrauss. … den Ball unter dem Arm

 

Im letzten Satz von Beispiel (a) überlappen sich Erzähl- und Teilnehmenden-Perspektive. Das Senken der Hände beendet die Erzählung.

(a) Erz: IXBÜRO    MANN   UND   FRAU   PROD-sitzen(gegenüber)  ARBEITEN  || (= Indirekt)

Erz: FRAU   IX-3

Direkt (Körperposition: Frau) (Oberkörperaus-/Blick nach leicht rechts)

Teiln(Frau)CD: Geste-winken MORGEN   KANN    IX-2    2KOMMENa    IX-2   ARBEITEN   jn?  ||

Erz: MANN   

Direkt (Körperposition: Mann) (Oberkörperausr./Blick nach leicht links)

Teiln(Mann)CD: NICHT++   KANN-NICHT   |  MORGEN   MUSS   ICH   POSS-1  TOCHTER   IXb   ZAHNARZT   ICH   BRINGENb    1BEGLEITEN|  ICH  SPÄTER   ICH   bKOMMEN   ||

Direkt (Körperposition: Frau) (Oberkörperausr. /Blick leicht nach rechts)

Teiln(Frau)CD: Geste-ah WANN-ZEIT  w?  ||

Direkt (Körperposition: Mann) (Oberkörperausr. /Blick leicht nach links)

Teiln(Mann)CD: UNGEFÄHR    10-UHR  ||

Direkt (Körperposition: Frau) (Oberkörperausr. /Blick leicht nach rechts)

Teiln(Frau)CD: OK  ||

‘In einem Büro sitzen sich ein Mann und eine Frau gegenüber. Sie sind am Arbeiten.

Die Frau fragt ihren Arbeitskollegen, ob er morgen zur Arbeit komme. Er antwortet, dass das nicht gehe, weil er seine Tochter zum Zahnarzt begleiten müsse, er komme später. Sie möchte wissen, wann er da sein werde. Er denke, so ungefähr um 10 Uhr.’

00:03-00:22

Sequenzen mit CD:

 

Frau (00:07-00:10): Kannst du morgen zur Arbeit kommen?

Mann (00:10-00:17): Nein, das geht nicht, ich muss meine Tochter zum Zahnarzt begleiten und werde erst später kommen.

Frau (00:17-00:18): Ach so, wann wirst du da sein?

Mann (00:18-00:20): Ungefähr um 10 Uhr.

Frau (00:20-00:21): Ah, in Ordnung.

 

Um die beiden Referent:innen zu unterscheiden, werden sie unterschiedlich gekennzeichnet durch Oberkörperausrichtung, Blickrichtung, Kopfstellung und Mimik. Bei der Darstellung der Frau in Beispiel (a) richtet die gebärdende Person ihren Oberkörper leicht nach links, dreht sich und blickt nach rechts zum fiktiven Arbeitskollegen. Um die Rolle des Mannes zu übernehmen, richtet sie ihren Oberkörper leicht nach rechts, dreht sich und blickt nach links zu seiner Arbeitskollegin. In jeder Rolle «spricht» sie den/die jeweilige Gesprächspartner:in direkt an, als würde das Gespräch gerade jetzt stattfinden. Jeder Rollenwechsel entspricht einem Turn / «Sprecherwechsel».

(Hinweis: Die angegebenen Richtungen sind immer aus Sicht der gebärdenden Person beschrieben.)

(b) Erz: MAMA   UND   SOHN   3aBEIDE3b   IXa    KÜCHE   ||   BUB   IX-3  PROD-sitzen(Bub)   HAUSAUFGABEN    SCHREIBEN   ||

Direkt (Körperposition: Bub) (Oberkörperausr./Blick leicht nach rechts)

Erz: DANN   IX-3   3SAGEN2 (du)       

Teiln(Bub)CD: 1SAGEN2    MAMA   1SAGEN2    ICH   NICHT   VERSTEHEN  IXa(Hausaufgaben)  BITTE   2ERKLÄREN1   ||

Erz: MAMA

Direkt (Körperposition: Mama) (Oberkörperausr./Blick leicht nach links)

Teiln(Mama)CD: KLAR   ICH   1KOMMEN2    1ERKLÄREN2   ||

‘Mutter und Sohn sind in der Küche. Der Junge sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben. Er sagt seiner Mutter, dass er etwas nicht verstehe und ob sie ihm helfen könne. Sie antwortet, dass sie ihm dies selbstverständlich gleich erklären werde.’

00:00-00:18

Sequenzen mit CD:

 

Sohn (00:10-00:14): Ich verstehe das nicht, kannst du mir helfen?

Mutter (00:14-00:17): Ja natürlich, ich erkläre es dir gleich.

 

Der sitzende Sohn in Beispiel (b) wird mit Oberkörperposition links, Drehung des Oberkörpers und Blick nach rechts oben (zu seiner stehenden Mutter) dargestellt. Die Mutter entsprechend mit Oberkörperposition rechts, Drehung des Oberkörpers und Blick nach links unten (zu ihrem sitzenden Sohn). Bei jedem Turn / «Sprecherwechsel nimmt die gebärdende Person einen Rollenwechsel vor.

(Hinweis: Die angegebenen Richtungen sind immer aus Sicht der gebärdenden Person beschrieben.)

(b) Erz: MAMA   UND   SOHN   3aBEIDE3b   IXa    KÜCHE   ||   BUB   IX-3  PROD-sitzen(Bub)   HAUSAUFGABEN    SCHREIBEN   ||

Direkt (Körperposition: Bub) (Oberkörperausr./Blick leicht nach rechts)

Erz: DANN   IX-3   3SAGEN2 (du)       

Teiln(Bub)CD: 1SAGEN2    MAMA   1SAGEN2    ICH   NICHT   VERSTEHEN  IXa(Hausaufgaben)  BITTE   2ERKLÄREN1   ||

Erz: MAMA

Direkt (Körperposition: Mama) (Oberkörperausr./Blick leicht nach links)

Teiln(Mama)CD: KLAR   ICH   1KOMMEN2    1ERKLÄREN2   ||

‘Mutter und Sohn sind in der Küche. Der Junge sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben. Er sagt seiner Mutter, dass er etwas nicht verstehe und ob sie ihm helfen könne. Sie antwortet, dass sie ihm dies selbstverständlich gleich erklären werde.’

00:00-00:18

Sequenzen mit CD:

 

Sohn (00:10-00:14): Ich verstehe das nicht, kannst du mir helfen?

Mutter (00:14-00:17): Ja natürlich, ich erkläre es dir gleich.

 

Der sitzende Sohn in Beispiel (b) wird mit Oberkörperposition links, Drehung des Oberkörpers und Blick nach rechts oben (zu seiner stehenden Mutter) dargestellt. Die Mutter entsprechend mit Oberkörperposition rechts, Drehung des Oberkörpers und Blick nach links unten (zu ihrem sitzenden Sohn). Bei jedem Turn / «Sprecherwechsel nimmt die gebärdende Person einen Rollenwechsel vor.

(Hinweis: Die angegebenen Richtungen sind immer aus Sicht der gebärdenden Person beschrieben.)

Es folgen Beispiele zur Position der Verneinung von Ortswechsel-Verben:

(d)

nmk:                                        schütteln 

MANN  IX3  NICHT  BASEL  HINGEHEN  ||   00:00-00:03

‚Der Mann geht nicht nach Basel.‘

Die Verneinung (einmalige Bewegung) steht in diesem Beispiel vor dem Ortswechsel-Verb.

 

Wird die Verneinung mit wiederholter Bewegung ausgeführt, so kann sie auch nach dem Verb / am Schluss stehen, wie folgendes Beispiel zeigt:

(e)

nmk:                                                  schütteln

MANN  IX3   BASEL  HINGEHEN  |  NICHT++  ||   00:13-00:15

 

Möglich wäre es auch, die Verneinung mit wiederholte Bewegung an den Anfang zu stellen. Sie muss dann aber am Schluss auf die gleiche Weise wiederholt werden:

(f)

nmk:                                                                   schütteln 

NICHT++  |  MANN  IX3   BASEL  HINGEHEN NICHT++  ||   00:19-00:23

 

Welche der aufgeführten Möglichkeiten umgesetzt wird, ist immer auch vom Kontext abhängig.

(d)

nmk:                                 schütteln 

AUTO  IX-3   NICHT   ROT   IX-3    ||   00:01-00:04

‘Das Auto ist nicht rot.’

 

Auf das Subjekt folgt die Verneinung mit einmaliger Bewegung und danach die Gebärde ‚ROT‘. Die Verneinung befindet sich innerhalb des Satzes.

(e)

nmk:                                schütteln

AUTO   IX-3   ROT  |  NICHT++    ||   00:19-00:22

‘Das Auto ist nicht rot.’

 

In diesem Beispiel steht die Verneinung am Schluss, sie wird mit wiederholter Bewegung ausgeführt.

Dieselbe Stellung (am Schluss) nimmt die Verneinung auch in einem Satzgefüge ein:

(f)

nmk:                       schütteln       1x nicken

AUTO   IX-3   ROT   NICHT++  |  BLAU   ||   00:34-00:38

‘Das Auto ist nicht rot, sondern blau.’

 

In diesem Beispiel (f) geht es um eine ‚Gegenüberstellung‘ im Sinne von ‚nicht so, sondern so‘. Die Verneinung vor dem Komma, also innerhalb des Satzgefüges, wird mit einer einmaligen Bewegung ausgeführt.

 

Eine Verneinung mit einmaliger Bewegung wird innerhalb, eine Verneinung mit wiederholter Bewegung wird vor einem Komma oder am Satzende platziert.

(a)

nmk:                                     schütteln

BUCH  IXa  ICH  *NOCH  NICHT  LESENa  ||    00:04-00:08

‘Ich habe das Buch – noch – nicht – gelesen.’

 

Die Begriffe NOCH und NICHT gemeinsam zu benutzen, macht aus Sicht der DSGS keinen Sinn; die beiden Begriffe stehen in einem logischen Widerspruch zueinander: ‘NOCH’ deutet an, dass allenfalls beabsichtigt wird, das Buch zu lesen, ‚NICHT’ macht diese Aussage gleich wieder rückgängig.

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