Bezugsindex als Form der lexikalisierten Relativpronomen_00

Der Bezugsindex nimmt innerhalb eines Satzes die Funktion eines Relativpronomens ein. Der Index wird von einer bestimmten Mundform und Kopf- und Oberkörperhaltung begleitet:

(a)

Blickrichtung/Mimik:    ix-3   (bestimmt/diese!)

Hände:                            IX-3     00:00-00:04

 

Ein Bezugsindex verbindet zwei Hauptsätze (b) zu einem Satzgefüge (c):

(b)

Satz 1:    GESTERN   POSS-1   FREUND   IX-3  ICH  1TREFFEN||

Satz 2:    IX-3ICH  KENNEN   SCHON   VERGANGENHEIT(mb:lange)  ||   00:30-00:37

‘Gestern habe ich meine Freundin getroffen. Ich kenne sie schon lange.’

 

Nichtmanuelle Komponenten markieren den Unterschied zwischen dem Hauptsatz (1) und dem eingebetteten Relativsatz (2).

(c)

GESTERN   POSS-1   FREUND  | (mit NMK-Mimik:  ICH   IX-3  ICH  KENNEN  VERGANGENHEIT(mb:schonlang)  AUFWACHSEN)  |   ICH  1TREFFEN3  ||    00:43-00:50

Satz (1): Kinn: hoch     Satz (2): Kopf hinten+Mimik gespannt      Satz (1) Kinn: hoch

‘(1) Gestern habe ich meine Freundin, (2) die ich schon seit meiner Kindheit kenne, (1) getroffen.’

 

Der Bezugsindex liefert also zusätzliche Informationen zur/zum eingeführten Referent:in und leitet einen Relativsatz ein.

 

Zur Veranschaulichung ein weiteres Beispiel zweier Hauptsätze (d), die mittels Bezugsindex zu einem Satzgefüge (e) zusammengeführt werden:

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