16.20 Kriterien für die Sprachregister

Die fünf Sprachregister sind geprägt durch unterschiedliche zwischenmenschliche, kommunikative Begegnungen. Solche Begegnungen entstehen bereits unmittelbar nach der Geburt eines Menschen. Das Neugeborene lernt zunächst die Kommunikation in der Kernfamilie kennen, wobei sich Eltern beim Kommunizieren dem Kleinkind anpassen. Der Kreis der Gesprächspartner:innen erweitert sich zunehmend, nebst den Eltern kommen Geschwister, Grosseltern und weitere Verwandte hinzu, später Kinder und Erwachsene ausserhalb der Familie, mit Beginn der Schulbildung dann neue Freunde, Lehrpersonen, Fachpersonen oder der/die Direktor:in einer Institution. Das Kind lernt, dass die Kommunikation mit und zwischen all diesen Personen unterschiedlich funktioniert. Im Berufsleben geht es dann um die Kommunikation mit Vorgesetzten und Arbeitskolleg:innen. Im Alltag – beim Einkaufen, in der Freizeit, beim Sport, an politischen Anlässen – wird wiederum anders kommuniziert. Die Kommunikation passt sich also stets den unterschiedlichen Menschen an. Dabei spielen folgende Kriterien eine Rolle:

  • Der Grad der Vertrautheit/Nähe zwischen den Beteiligten. Sie können sich sehr gut kennen oder sich ganz fremd sein.
  • Das Alter der Beteiligten. Die Beteiligten können Klein-/Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder ältere Menschen sein. Kinder begegnen bereits in ihrer Familie anderen Kindern ähnlichen Alters (Geschwister, Freund:innen) sowie Erwachsenen (Eltern, Verwandten wie Onkeln und Tanten, Nachbar:innen).
  • Die Grösse der Gruppe. Die Familie oder die Schulklasse kann klein oder gross sein.
  • Der Ort der Begegnung: Zuhause im vertrauten Rahmen, im öffentlichen Raum wie zum Beispiel in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen, in einer Bibliothek oder an einem politischen Anlass.
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