16.32 Informelles Register

Das informelle Register setzt voraus, dass sich die am Gespräch Beteiligten (Dialog oder Gruppe) gut kennen und sich nahestehen. Sie weisen ähnliche Merkmale auf, sind möglicherweise gleich alt, verfolgen gleiche Interessen oder verbringen viel Zeit zusammen in regelmässig wiederkehrenden Situationen.

Das Turn-Taking erfolgt schnell. Obwohl die Sätze oft nicht vollständig, also verkürzt oder lückenhaft sind, verstehen sich die Beteiligten. Sie unterbrechen sich gegenseitig häufig, indem sie sich ins Wort/in die Gebärde fallen, das Wort/die Gebärde ergreifen. Während ebenso viel Mimik eingesetzt wird wie im intimen Register, ist der Anteil an Mundbildern eher etwas höher. Die manuellen Komponenten Handform und Handstellung werden ebenfalls schnell, aber präziser ausgeführt. Der Gebärdenraum, welcher für die Positionierung von Referent:innen genutzt wird, ist vergleichsweise grösser. Es wird sowohl mit beiden Händen als auch einhändig gebärdet, während im intimen Register häufiger nur eine Hand benutzt wird. Je nach Alter der Beteiligten und Gesprächsinhalt kann die Grösse des Gebärdenraums stark variieren. Der zügige Sprachfluss und das Turn-Taking behindern wie im intimen Register das gegenseitige Verstehen nicht. Das informelle Register ist in alltäglichen Situationen zum Beispiel im Schulbereich, an einer Feier mit Freund:innen oder an einem Sportanlass anzutreffen.

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