17.10 Modalität

Beim Kommunizieren geht es seit jeher immer auch um das Vermitteln von Informationen. Wie dies geschieht, wird durch die Modalität einer Sprache bestimmt. Die visuell-gestische Modalität der Gebärdensprache nutzt Augen und Körperteile für Rezeption und Produktion von Informationen. Diese werden in der Regel in der direkten Kommunikation weitergegeben (face-to-face). Die auditiv-akustische Modalität der Lautsprache nutzt das Gehör und die Sprechwerkzeuge für Aufnahme und Wiedergabe von Informationen. Im Laufe der Zeit haben viele gesprochenen Sprachen zusätzlich zur mündlichen eine schriftliche Form etabliert (Schreiben und Lesen). Seit dreissig, vierzig Jahren können dank der Entwicklung der Videotechnologie auch gebärdensprachliche Informationen festgehalten werden in Analogie zu Audioaufnahmen von gesprochener Sprache (d.h. nicht zu schriftlichen Formen – für Gebärdensprachen gibt es zwar Möglichkeiten, dies zu tun, aber sie sind nicht konventionalisiert wie schriftliche Formen für gesprochene Sprachen). (s. Kapitel 17.31, mediale Schriftlichkeit).

Wie Informationen aufgebaut sind, hängt natürlich vom Inhalt, von der jeweiligen Textsorte (Erzählen, Beschreiben, Argumentieren, Poesie usw.), dem Sprachregister oder dem Zielpublikum ab. Im Folgenden geht es jedoch um die modalitätsspezifische Informationsstruktur der Gebärdensprache im Vergleich zur Informationsstruktur der gesprochenen oder geschriebenen Sprache.

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