Die Gebärden, die zum Nicht-Kern-Lexikon gehören, sind diejenigen, die von der gebärdenden Gemeinschaft nicht vollständig lexikalisiert wurden. Diese Gebärden haben in der Regel keine stabile Grundform und sind daher nicht oft in Wörterbüchern der Gebärdensprache zu finden. Die Gebärden, die zum produktiven Lexikon gehören und die eine Verwendung von Klassifikator-Handformen beinhalten, werden in der Regel als nicht zum Kernbereich gehörend betrachtet, weil ihre Formen so vielfältig sein können, je nach Kontext und den vom Gebärdenden gewählten Absichten und Stil.

Nicht-manuelle Komponenten (NMK) sind lexikalische oder informationstragende Einheiten, die durch andere Artikulatoren als die Hände ausgedrückt wird. Dies können sein Mimik, Position oder Bewegungen des Kopfes oder des Torsos, Mundbewegungen einschliesslich Mundbild oder Mundgestik/Mundformen und Blickrichtung.

Notationsysteme werden insbesondere für die schriftliche Darstellung einzelner Gebärden verwendet. Mehrere verschiedene Notationssysteme wurden von Forschern entwickelt: Die am weitesten verbreiteten sind die Stokoe-Notation, das Hamburger Notationssystem (HamNoSys) und das SignWriting. In diesen Systemen werden Symbole verwendet, um die Komponenten der manuellen und nichtmanuellen Parameter der Gebärde darzustellen. Für längere Gebärdenketten oder Texte in Gebärdensprache werden Annotationen mit Glossierungen verwendet, da sie leichter zu lesen sind.

Numerus gibt an, ob eine oder mehrere Personen durch ein Pronomen oder ein Verb bezeichnet werden (d. h. Singular oder Plural).

In der Syntax des Satzes ist das Objekt eine grammatische Funktion.
Das Objekt kann «direkt» sein wie «Buch» im deutschen Satz «Ich habe das Buch gelesen»,
DSGS: BUCH IXa ICH LESE
ICH LESE BUCH IXa
oder «indirekt» wie «Mann» im Satz «Ich habe dem Mann das Buch gegeben».
DSGS: MANN IX-3 IX-1 BUCH 1-GEBEN-3

Offene Zeitangaben sind das Gegenteil von Angaben zu bestimmten Punkten oder Zeiträumen. In DSGS werden diese ungefähren Zeitangaben oft mit einer nicht-manuellen Komponente, wie einer bestimmten Mundform, angegeben.

Ortswechsel-Verben bezeichnen die Bewegung einer Person oder eines belebten oder unbelebten Objekts zwischen unterschiedlichen Orten (von-nach). Zusätzlich kann auch der grobe Verlauf dieser Bewegung vermittelt werden (‚wie‘).

PALM-UP (Handfläche hoch) ist die Glossierung für die allgemeine Fragegebärde, bei der die Hand mit der Handfläche nach oben dem fragenden Satz hinzugefügt wird.

Parameter sind die Bausteine, aus denen sich Gebärden zusammensetzen. Sie gelten als die Grundelemente einer Gebärdensprache.
Alle Gebärdensprachen verfügen über manuelle und nicht-manuelle Parameter.
Die vier manuellen Parameter zur Bildung von lexikalisierten Gebärden sind:
• Die Handform,
• Die Handstellung /Orientierung, die Ausrichtung der Handfläche und/oder der ausgestreckten Finger,
• Die Bewegung (des ganzen Armes oder der Hand, und die Hand- und Handinnenbewegung der Finger,
• Die Ausführungsort der Händen(en) im Raum oder auf dem Körper oder der anderen Hand
Die nicht-manuellen Parameter (NMK) betreffen folgende Komponenten:
• Der Blick (Blickrichtung und Blickverhalten)
• Der Gesichtsausdruck
• Der Kopf (Position oder Bewegung)
• Der Mund Form und Bewegung (als Mundform und Mundbild)
• Der Oberkörper (Position oder Bewegung)

Patiens ist die Bezeichnung für die semantische Rolle einer Entität, die die Handlung des Verbs erfährt. In dem Satz «Der Bub isst den Apfel» ist der Apfel in der Patiensrolle des Verbs «essen».

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