Der globalen Verortung von linguistischen Referenten liegt die Vorstellung der Weltkugel in ihrer Dreidimensionalität zugrunde. Diese Art der Verortung wird für Beschreibungen von Bewegungen rund um den Globus verwendet, zum Beispiel für eine Reise von der Schweiz nach China oder von Zürich nach Johannesburg, Südafrika.

Die Glossierung dient dazu, Gebärden durch Wörter der gesprochenen Sprache zu identifizieren. Einfache Glossierungen geben keine Auskunft über die Form der Gebärde. Das Wort der gesprochenen Sprache wird für die Glossierung so gewählt, dass es die Grundbedeutung der Gebärde so weit wie möglich wiedergibt, aber oft nicht alle Bedeutungsnuancen der Gebärde zeigt. Die Gebärde hat möglicherweise auch nicht alle Bedeutungen des Wortes. Glossen werden üblicherweise in Grossbuchstaben notiert, um darauf hinzuweisen, dass es sich dabei lediglich um eine Form von Beschriftung handelt, ein Etikett, und nicht um eine vollständige Übersetzung. Um diesen Zweck von Glossierungen zu verdeutlichen, bezeichnen einige Forscher sie als ID-Glossierungen.
Das gleiche gesprochene Wort wird manchmal zur Glossierung von Gebärden mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet – zum Beispiel KRANK für körperlich krank, psychisch krank oder kognitiv krank. In diesen Fällen unterscheiden Forscher, die mit Glossierungen arbeiten, die mit einem zentralen Lexikon der Gebärden verknüpft sind, diese Bedeutungen in der Regel durch Hinzufügen eines Buchstabens oder einer Zahl zur Glossierung – wie z.B. KRANK-a, KRANK-b, KRANK-c.
Glossierungen können allein verwendet werden, um die Gebärden in einer Phrase oder einem Satz darzustellen: WOMAN IX-3 SLEEP – «Die Frau schläft.» Oder sie können mit anderen Informationen ergänzt werden, um zusätzliche sprachliche relevante Informationen zu liefern: Zum Beispiel können Gebärden, die als Personalpronomen fungieren, Informationen über die betreffende grammatikalische Person hinzufügen (IX-2 3-EINLADEN-2) : Sie laden ihn/sie ein).
Andere Arten von Gebärden – zum Beispiel solche, die sich auf die Fortbewegung oder die Ausführungsstelle beziehen – können mit einer Vielzahl von Ad-hoc-Abkürzungen versehen werden, um zu beschreiben, wo die Gebärde ausgeführt/produziert wird oder sich im Gebärdenraum bewegt. Ein weiterer Vorteil dieser Glossierungen für Forscher ist, neben ihrer Lesbarkeit, dass sie maschinell durchsuchbar sind.

In diesem Handbuch wird der Begriff Grammatik verwendet, um die morphologische und syntaktische Strukturierung der Sprache zu beschreiben.

Der grammatikalische Raum ist kein Abbild der tatsächlichen räumlichen Gegebenheiten und Bezüge. Die gebärdende Person kann entscheiden, wo im Gebärdenraum sie die Referenten verorten möchte. Der grammatikalische Raum wird von der gebärdenden Person definiert. Sie kann entscheiden, wo im Gebärdenraum die nicht physisch vorhandenen linguistischen Referenten platziert werden sollen.

Eine Grundform ist das, was Gebärdende in ihren mentalen Lexikons speichern. Bei den Grundformen wird davon ausgegangen, dass sie den in Gebärdenwörterbüchern aufgeführten Zitatformaten entsprechen, und sie werden so neutral wie möglich und mit wenigen oder gar keinen Änderungen gebildet.

Die Handform stellt einen grundlegenden Parameter jeder Gebärde dar. Jede Gebärdensprache hat eine begrenzte Anzahl von Handformen in ihrem linguistischen Repertoire. Es gibt 6 grundlegende Handformen, die einfach auszuführen sind und in allen bisher erforschten Gebärdensprachen verwendet werden und daher als «Basis-Handformen» oder «unmarkierte» Handformen gelten. Während diese 6 grundlegenden Handformen als ‘universell’ bezeichnet werden können, gibt es viele weitere Handformen, die in der einen Gebärdensprache verwendet werden, in einer anderen Gebärdensprache jedoch nicht. In Gebärdensprachen existieren spezifische Handformen mit grammatikalischer Funktion. Ihre Rolle/Bedeutung variiert, je nach Kontext, in dem sie eingesetzt werden. Im Zusammenhang mit Aspekt werden unterschiedliche Handformen angewendet abhängig davon, ob es sich z.B. um eine Zeitspanne oder um einen Zeitabschnitt handelt. Auch für Referenten/Personalpronomen gibt es lexikalische, also vorgegebene Handformen. Siehe auch «Klassifikator-Handform/Produktive Gebärde».

Die Händigkeit kann sich darauf beziehen, ob die Gebärde mit der dominanten oder der nicht-dominanten Hand der/des Gebärdenden ausgeführt wird. Sie kann sich auch darauf beziehen, wie viele Hände beteiligt sind, z. B. wenn Gebärden, die normalerweise einhändig sind, mit beiden Händen produziert/ausgeführt werden oder wenn normalerweise zweihändige Gebärden auf eine Hand reduziert werden.

Hilfsverben haben keine eigene Bedeutung. Eines der wenigen Hilfsverben, das in DSGS verwendet wird, ist das Hilfsverb PAM: Es dient als Personenübereinstimmungsmarker zur Markierung von Subjekt und Objekt bei nicht übereinstimmenden Verben (wie LIEBEN, VERSTEHEN). Die meisten Hilfsverben in Gebärdensprachen weisen syntaktische Subjekt- und Objektübereinstimmung auf. Anders als in vielen gesprochenen Sprachen werden sie in Gebärdensprachen in der Regel nicht verwendet, um die Zeitform von Verben zu markieren (wie das deutsche ‚hat‘ in «Er hat gegessen»), oder um Passivformen von Verben anzuzeigen (wie im Deutschen «Er wurde von mir ausgewählt»).

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