Ein Subjekt (S) wird in der syntaktischen Beschreibung eines Satzes für das grammatikalische Wort (oder die Phrase) verwendet, das die Aktionen des Verbs [V] eines Satzes ausführt. Das syntaktische Subjekt kann auch das semantische Agens der Handlung sein, ist es aber nicht immer.
Deutsches Beispiel: Der Bub fängt den Ball.
DSGS:
BUB IX-3 FANGEN BALL
[S] [V] [O]
oder
BALL BUB IX-3 FANGEN
[O] [S] [V]

Eine produktive Form, die sich aus der Substitutor Bilderzeugungstechnik ergibt, verwendet die ganze Hand oder einen Teil der Hand, um für ein belebtes oder unbelebtes Objekt zu stehen. Dazu wird eine Klassifikator-Handform verwendet, die als Ersatz (oder Substitutor) dient für eine Klasse von Objekten mit ähnlicher Form oder ähnlichem Formaspekt. DSGS-Beispiel: Die ausgestreckte flache B-Handform (Handfläche nach unten), wird bei produktiven Verben zur Darstellung eines grossen Fahrzeugs verwendet.

Supination ist die Stellung von Unterarm und Hand, bei der die Hand bei waagerechtem Unterarm flach auf dem Rücken liegt und die Handfläche nach oben zeigt (wie bei GEBEN). Wenn der Unterarm in einer supinierten Position senkrecht steht, zeigt die Handfläche zum Unterzeichner (wie bei SPIEGEL). Die Supination ist das Gegenteil der Pronation.

Die Syntax ist der linguistische Fachbereich, der die Zusammensetzung von Wörtern/Gebärden zu Sätzen untersucht (Lehre vom Satzbau). Die Syntax befasst sich auch mit den grammatikalischen Regeln einer Sprache.
Eine syntaktische Beschreibung eines Satzes beinhaltet die Zuordnung eines Wortes, einer Phrase oder eines Satzes zu seiner syntaktischen Funktion, wie z.B. das Subjekt [S] des Satzes. In ‚aktiven‘ Sätzen ist das syntaktische Subjekt normalerweise auch der semantische ‚Agens‘ oder ‚Akteur‘ der Handlung. Das Objekt [O] des Verbs[V] kann entweder ‚direkt‘ oder ‚indirekt‘ sein.
Im Beispiel ‚Ich schenke der Frau eine Blume‘ ist ’schenken‘ das Verb oder die Handlung, ‚ich‘ ist sowohl das syntaktische Subjekt als auch das semantische Agens und ‚Blume‘ ist das syntaktische direkte Objekt (und der semantische Patiens) und ‚der Frau‘ ist das syntaktische indirekte Objekt (und der semantische Begünstigte der Handlung).

Taktile Gebärdensprache (oder taktiles Gebärden) wird bei blinden Gehörlosen verwendet. Der taubblinde Mensch legt seine Hände auf die des gebärdenden Partners, um die Form und Bewegung des Gebärdens zu spüren. In der Deutschschweiz werden die manuellen Gebärden der DSGS verwendet. Einige der sprachlichen Informationen, die durch nicht-manuelle Verhaltensweisen im DSGS übermittelt werden, können durch spezielle Gebärden übertragen werden. Zum Beispiel kann eine Frage (im DSGS durch hochgezogene Augenbrauen gekennzeichnet) im taktilen Gebärden durch das Nachzeichnen der Form eines Fragezeichens in der Hand markiert werden.

Bei der Teilnehmenden-Perspektive nimmt der Gebärdende die Rolle einer anderen Entität (Person oder Objekt) ein. Der Körper, das Gesicht, der Blick und die Komponenten der Gebärden spiegeln alle diese Perspektive wider.

Tempus zeigt an, wann eine Handlung stattfindet. In deutschen Sätzen zum Beispiel wird die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft durch lexikalische Wörter sowie Modifikationen des Verbs angezeigt:
– Er schreibt den Aufsatz heute.
– Er hat den Aufsatz gestern geschrieben.
– Er wird den Aufsatz morgen schreiben.
In Gebärdensprachen wird Tempus nicht durch Modifikationen des Verbs gezeigt, sondern durch lexikalisierte Gebärden (GESTERN, NÄCHSTE WOCHE, JETZT) und auch durch die Angabe eines Punktes oder Zeitraums durch Verwendung der ‚Raum_Zeit Technik‘. In DSGS kann Tempus auch durch das Mundbild angezeigt werden (z.B. mit dem Mundbild ‚getroffen‘, das die Gebärde TREFFEN begleitet).

Das Thema bezieht sich auf die bekannte Information eines Satzes und steht normalerweise an dessen Anfang. Im folgenden Satz ist ‚das Mädchen am Tisch‘ das Thema, auf das die neue Information (oder der Kommentar) ‚ist meine Freundin‘ folgt.
Deutsch: Das Mädchen am Tisch ist meine Freundin
DSGS: TISCH IXa MÄDCHEN IX-3a MEIN FREUNDIN IX-3a

Eine Topikalisierung liegt vor, wenn ein Satzglied, das normalerweise an einer anderen Stelle des Satzes steht, an den Anfang gesetzt wird. Topikalisierte Satzteile enthalten in der Regel Informationen, die den Gesprächsteilnehmenden bereits bekannt sind und denen der Gebärdende in der Regel bereits einen räumlichen Lokus gegeben hat. Im folgenden DSGS-Satz, der ‚Ich habe gestern meinen Freund getroffen‘ bedeutet, steht die Gebärde für meinen Freund (grammatikalisch das Objekt des Verbs ‚treffen‘) am Anfang des Satzes:
MEIN FREUND IX-3 MORGEN ICH 1-TREFFEN-3a

Der Gebärdenraum wird dann als topografischer Raum bezeichnet, wenn die gebärdende Person die Vorstellung einer Landkarte (zweidimensional, vertikal oder horizontal) oder einer Weltkugel (dreidimensional) auf den Gebärdenraum projiziert und darauf die Referent:innen abbildet. Die Verortung der Referent:innen, ihre Beziehungen zueinander und die Grössenverhältnisse entsprechen den Positionen und Verhältnissen im tatsächlichen Ereignis. Die gebärdende Person kann aber den Massstab variieren und den Raum je nach Perspektive unterschiedlich strukturieren.

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