Bei einer Metapher wird ein Objekt, ein Teil oder ein Merkmal eines Objekts verwendet, um für etwas anderes zu stehen. In dem Satz «Sie ist ein Tiger» wird zum Beispiel die wilde Natur eines Tieres verwendet, um die Persönlichkeit einer Person zu charakterisieren. Gebärdensprachen verwenden viele visuelle Metaphern, die weithin verstanden werden – in westlichen Kulturen wird zum Beispiel die Vorstellung, dass die Zukunft etwas ist, das vor einem liegt und die Vergangenheit hinter einem liegt, in einer Zeitlinie der Gebärdensprache verwendet. Das «Zifferblatt» wird in der DSGS als Metapher für die Stunden des Tages verwendet. Die räumlichen Loki, die sich auf wichtigere Personen beziehen, werden oft höher im Raum platziert, da höher oft mit «besser», «überlegen» assoziiert wird.

Modalität steht dafür, wie eine Sprache produziert und wahrgenommen wird. Gesprochene Sprachen verwenden die oral-auditive Modalität, da sie mit der Stimme produziert und durch das Hören wahrgenommen werden. Gebärdensprachen verwenden die manuell-visuelle Modalität, da sie mit den Händen, dem Gesicht und dem Oberkörper produziert und visuell wahrgenommen werden.

Modalverben sind in der Regel Hilfsverben, die das Hauptverb begleiten und mehr Informationen darüber geben. Modalverben drücken Fähigkeit, Notwendigkeit, Verpflichtung, Erlaubnis, Absicht oder Möglichkeit aus. Die Modalverben in DSGS sind DÜRFEN, KÖNNEN, MÖCHTEN, MÜSSEN, SOLLEN und WOLLEN.

Ein Morphem ist die kleinste (nicht mehr weiter teilbare) bedeutungstragende Einheit einer Sprache. Im Deutschen hat ‚Kind‘ zum Beispiel ein Morphem /Kind/. In gesprochenen Sprachen setzen sich Wörter aus einer Reihe von Morphemen zusammen, z.B. hat ‚kindlich‘ zwei Morpheme: /kind/ /lich/. In Gebärdensprachen kommen viele der Morpheme gleichzeitig in den verschiedenen Parametern der Gebärde vor. Bei polymorphemischen Verben und Konstruktionen funktioniert die Handform wie ein Morphem (z.B. die Handform für ‚Fahrzeug‘ im DSGS- Satz ‚Das Auto fährt schnell in die Kurve‘).

Die Morphologie ist die Lehre von den komplexen Wörtern oder Gebärden. Morphologisch komplexe Wörter oder Gebärden werden durch verschiedene Verfahren wie das Hinzufügen neuer Elemente (Affixierung) oder Reduplikation (Wiederholung einer Komponente) gebildet. Es gibt Regeln für die mögliche Kombination von Morphemen sowohl in gesprochenen Sprachen als auch in Gebärdensprachen.

Ein Mundbild ist die (meist stumme) Artikulation eines Wortes (oder eines Teils davon) aus der umgebenden gesprochenen Sprache, das entweder mit der Gebärde, die es begleitet, in Beziehung steht oder deren Bedeutung spezifiziert; gelegentlich kann sich ein Mundbild über eine Reihe von Gebärden ausbreiten [übers. aus Atlas Proj. 2020] Gelegentlich kann sich ein Mundbild über eine Reihe von Gebärden ausbreiten, wenn es eine prosodische Funktion der Gruppierung manueller Gebärden in Phrasen oder Sätzen hat.

Eine Mundform (auch Mundgeste genannt) ist eine Mundbewegung (Lippen-, Zungen- und Wangenbewegung), die nicht von der gesprochenen Sprache abgeleitet ist (wie es Mundbilder sind) und der manuellen Gebärde zusätzliche Bedeutungen hinzufügen kann, zum Beispiel als Adjektiv oder Adverb.

Namengebärden können für einzelne Personen und für bekannte Orte und Institutionen verwendet werden, neben dem offiziellen Namen des Referenten. Namengebärden werden in der Gebärdengemeinschaft häufig verwendet, da sie eine ökonomische Möglichkeit darstellen, sich auf Personen zu beziehen, anstatt auf den offiziellen Namen der Person wiederholt mit dem Fingeralphabet oder Mundbild zu verweisen. Die Form der Namengebärde spiegelt oft einen physischen Aspekt der Person wider (z.B. lockiges Haar) oder ein bekanntes Verhalten, das mit dieser Person assoziiert wird (z.B. viele E-Mails senden). Die Handform der Namengebärde kann eine initialisierte Gebärde sein, die das Fingeralphabet für den ersten Buchstaben des offiziellen Namens der Person verwendet.

Skip to content